Mea Culpa











{29. August 2010}   Up and away..

noch zwei tage, dann geht es ins ausland und kurz danach steht der große umzug an. es geht gerade alles in rasendem tempo, es ist stressig und nervig, aber irgendwie auch aufregend. den luxus zu haben, sich aussuchen zu dürfen, was man machen möchte, ist schon toll. nach der langen phase von befürchtungen, angespanntheit und zweifeln tut das der seele einfach gut. zu wissen, man gehört zu den wirklich guten seines fachs, ist schon schmeichelhaft und – ungewohnt.

wenn ich dann so in den medien blättere, wird mir gleich ganz anders zu mute. krisenzeit und man drischt auf jegliche minderheiten ein, die gewissen bankvorständen so vor die flinte kommen. ausgerechnet jene, die fast so höchst erfolgreich die ganze verdammte wirtschaft gegen die wand gefahren haben, wagen es hier den großen max zu machen.

und damit es auch pfosten in ober- und unterschichten zur kenntnis nimmt, wird das durch alle medien gejagt – bis es keiner mehr hören kann. aber das wichtigste, eine gruppierung wird zum abschuß freigegeben und gerät unter permanenten rechtfertigungszwang – nur weil jemand sich von  seinem posten den verstand vernebeln läßt. was noch nerviger ist, sind die fast schon zwangsweise auftauchenden artikel von vorzeigemigranten, die sich zutiefst verletzt zeigen und möglichst noch vergleiche zum 3. reich ziehen – rhetorischer feinschliff, der zum moralischen overkill gerät. wofür rechtfertigen die sich? wogegen?

als ob es nicht effektiver wäre, thilo mit entsprechendem selbstbewußtsein entgegenzutreten. so rechtfertigen die sich doch bis in alle ewigkeit – für nix und wiedernix.

aber wirklich fantastische ist – it works.



“Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten.”  Aus diesem und ähnlicher typisches Bankensprüche ist der Filmemacher den Big shots in der Finanzindustrie  und ähnlichen Gestalten nachgegangen. Wo geht das investierte Geld hin? Und landet in verschiedenen Zielen – Spanien, Indien, ..  Großkopferte, die sich rühmen, die Arbeitskosten bis zur Schmerzgrenze zu drücken, Wirtschaften anderer Staaten gezielt zu zerstören und so eiskalt Statements abgeben, dass einem Hören und Sehen vergeht.Investitionen, in die Millionen gepumpt werden – wie beispielsweise in Spanien, wo eine Geisterstadt entsteht, als Wertanlage gedacht und in der kein Mensch lebt.

Einfach nur Wahnsinn.

Zitate ( http://www.letsmakemoney.at/derfilm/zitate.html )

„Es gab einen berühmten Ausspruch, dass die beste Zeit zu kaufen ist, wenn das Blut auf den Straßen klebt. Ich füge hinzu: Auch wenn es dein eigenes ist. Denn wenn es Krieg, Revolution, politische Probleme und Wirtschaftsprobleme gibt, dann fallen die Preise von Aktien und jene Leute, die an diesem Tiefpunkt kauften, haben jede Menge Geld gemacht.“
Dr. Mark Moebius, Präsident Templeton Emerging Markets

„Das erste Element bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte … Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. In der Abschaffung von Handelsbarrieren, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von Entwicklungsländern errichtet worden waren, um ihre eigenen wachsenden Industrien zu schützen. Das dritte Element bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um seine Interventionsmöglichkeiten zu reduzieren … Und das vierte Element verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei wurde mehr oder weniger sichergestellt, dass die Industrien unter ihrem Wert an fremde Kapitalanleger verkauft wurden. Dies sind die vier politischen Druckmittel, die vom Internationalen Währungsfond und der Weltbank angewandt werden und die Neoliberalismus genannt werden.“
John Christensen, Finanzökonom

„Auch heute sind die USA wieder ein bankrottes Land. Wir haben riesige Schulden, mehr als jemals ein anderes Land hatte. Wenn irgendeines der (Gläubiger-) Länder sein Geld in einer anderen Währung als Dollar fordern würde, dann wären wir in großen Schwierigkeiten. Aber jetzt wollen alle ihr Geld in Dollar, weil Erdöl so ein wichtiges Produkt ist und man es nur in Dollar kaufen kann. Saddam Hussein drohte, Erdöl auch gegen eine andere Währung zu verkaufen. Kurz bevor er gestürzt wurde … Hätte er nachgegeben, würde er heute noch regieren. Wir würden ihm Flugzeuge und Panzer und sonst noch alles Mögliche verkaufen.“
John Perkins, Economic Hit Man

Da könnt’ man echt kotzen.



{1. August 2010}  

Bewerbungsgespräch zum zweiten Job war übel, kam mir vor wie bei einem Verhör.Es waren einige Leute anwesend und sie fragten mich aus bezüglich meines Lebenslaufes und – mal so eingesttreut – zu diversen Theorien. eigentlich weiß ich sie, aber vor lauter Aufregung hatte ich einen kleinen Blackout. Toll.

Naja, bye Job Nr. 2 – welcome aboard, numer one!



et cetera
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