Mea Culpa











{5. April 2011}   Morgenstund..

Ich hasse frühes Aufstehen, aber Schnappschüsse sind da immer sehr reizvoll. :-)



{9. Oktober 2010}   Nachtrag: Jetlag oder so

Es muß wohl am Jetlag und Umzugstreß liegen, dass ich die letzten Tage leicht verpeilt bin:

1. War einkaufen, der Einkaufswagen war gut gefüllt – bis mir auf dem Parkplatz einfiel, dass ich ja gar net mit dem Auto hier bin und folglich alles schleppen mußte. Dat war leicht peinlich mit vier Einkaufstüten.

2. Da meine temporäre Wohnung komplett eingerichtet ist, gehe ich immer irgendwie davon aus, dass dies deckungsgleich mit der Wohnung zuhause wäre. Grundlegender Denkfehler! Ich im Supermarkt – lecker, Pizza! – und ab damit in den Einkaufswagen. In der Wohnung stellte ich dann entsetzt fest, dass ich keinen Backhofen habe (Sakrileg!!!).

Was macht man mit einer Pizza ohne Ofen?

Wäre ja lachhaft, sich jetzt geschlagen zu geben. Irgendwas muß ich mir ausdenken. :-) )

3. Kaffeemaschine gekauft + Filter + Kaffee = aber Zucker vergessen.

4. Fleisch und andere Zutaten gekauft. Zu Hause gemerkt, dass doch Öl notwendig ist, um es zuzubereiten.

 

Tssststststst.

 



{9. Oktober 2010}   Home, sweet home.

I did it. Ab sofort heißt es, ein Nordlicht im Süden! Von einer Großstadt ins schwäbische Ländle, wohoo. Die Gegend ist herrlich, an den Dialekt muß ich mich halt gewöhnen.

Die Reise mit einem Kurzaufenthalt in der Schweiz war echt ‘n Alptraum. Eigentlich hatte ich ein Zimmer am Flughafen gebucht, but.. es sollte anders kommen. Die herzallerliebste Fluggesellschaft hatte etwas Verspätung, in der Schweiz mußte man dann eine halbe Ewigkeit auf das Gepäck warten und beim Zurückhetzen in den entsprechenden Bereich des Flughafens, wo die Unterkunft sein sollte, erfuhr ich dann entsetzt, dass die Passkontrollen bereits geschlossen seien und man den Bereich nicht betreten durfte. wtf? Also, nachts am Flughafen, alle Läden zu, keine Unterkunft – wat nu?Ich entschloß mich, schon jetzt mit dem Zug zurück in die BRD einzureisen. An irgendeinem Kaffbahnhof entdeckte ich dann, dass der Anschlußzug erst in fünf (!!) Stunden fahren sollte .. ergo habe ich dann die Nacht auf dem Bahnhof verbracht. Unplivabel.

Als es endlich soweit war, habe ich mir dann noch Kaffee und so geholt. Im ersten Augenblick habe ich die schweizer Verkäuferin gar net verstanden: „Kchchrchrchr?“  Es ging dann doch, aber schmunzeln muß ich über diesen Dialekt immer.  Nach so einer Nacht schmeckt Filterkaffee göttlich und frische Croissant versöhnte mich dann ein bißchen mit der Schweiz und ihren Bahnhöfen.

Die norddeutsche Landschaft habe ich letztlich gegen diese eingetauscht:

 

Nicht der schlechteste Tausch, gelle?

 

Die Großstadt vermisse ich aber schon irgendwie. Einen Supermarkt muß man hier suchen (schlimmer noch als im Ausland) und ohne Auto ist es schon ein bißchen doof.



{29. August 2010}   Up and away..

noch zwei tage, dann geht es ins ausland und kurz danach steht der große umzug an. es geht gerade alles in rasendem tempo, es ist stressig und nervig, aber irgendwie auch aufregend. den luxus zu haben, sich aussuchen zu dürfen, was man machen möchte, ist schon toll. nach der langen phase von befürchtungen, angespanntheit und zweifeln tut das der seele einfach gut. zu wissen, man gehört zu den wirklich guten seines fachs, ist schon schmeichelhaft und – ungewohnt.

wenn ich dann so in den medien blättere, wird mir gleich ganz anders zu mute. krisenzeit und man drischt auf jegliche minderheiten ein, die gewissen bankvorständen so vor die flinte kommen. ausgerechnet jene, die fast so höchst erfolgreich die ganze verdammte wirtschaft gegen die wand gefahren haben, wagen es hier den großen max zu machen.

und damit es auch pfosten in ober- und unterschichten zur kenntnis nimmt, wird das durch alle medien gejagt – bis es keiner mehr hören kann. aber das wichtigste, eine gruppierung wird zum abschuß freigegeben und gerät unter permanenten rechtfertigungszwang – nur weil jemand sich von  seinem posten den verstand vernebeln läßt. was noch nerviger ist, sind die fast schon zwangsweise auftauchenden artikel von vorzeigemigranten, die sich zutiefst verletzt zeigen und möglichst noch vergleiche zum 3. reich ziehen – rhetorischer feinschliff, der zum moralischen overkill gerät. wofür rechtfertigen die sich? wogegen?

als ob es nicht effektiver wäre, thilo mit entsprechendem selbstbewußtsein entgegenzutreten. so rechtfertigen die sich doch bis in alle ewigkeit – für nix und wiedernix.

aber wirklich fantastische ist – it works.



„Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten.“  Aus diesem und ähnlicher typisches Bankensprüche ist der Filmemacher den Big shots in der Finanzindustrie  und ähnlichen Gestalten nachgegangen. Wo geht das investierte Geld hin? Und landet in verschiedenen Zielen – Spanien, Indien, ..  Großkopferte, die sich rühmen, die Arbeitskosten bis zur Schmerzgrenze zu drücken, Wirtschaften anderer Staaten gezielt zu zerstören und so eiskalt Statements abgeben, dass einem Hören und Sehen vergeht.Investitionen, in die Millionen gepumpt werden – wie beispielsweise in Spanien, wo eine Geisterstadt entsteht, als Wertanlage gedacht und in der kein Mensch lebt.

Einfach nur Wahnsinn.

Zitate ( http://www.letsmakemoney.at/derfilm/zitate.html )

„Es gab einen berühmten Ausspruch, dass die beste Zeit zu kaufen ist, wenn das Blut auf den Straßen klebt. Ich füge hinzu: Auch wenn es dein eigenes ist. Denn wenn es Krieg, Revolution, politische Probleme und Wirtschaftsprobleme gibt, dann fallen die Preise von Aktien und jene Leute, die an diesem Tiefpunkt kauften, haben jede Menge Geld gemacht.“
Dr. Mark Moebius, Präsident Templeton Emerging Markets

„Das erste Element bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte … Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. In der Abschaffung von Handelsbarrieren, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von Entwicklungsländern errichtet worden waren, um ihre eigenen wachsenden Industrien zu schützen. Das dritte Element bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um seine Interventionsmöglichkeiten zu reduzieren … Und das vierte Element verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei wurde mehr oder weniger sichergestellt, dass die Industrien unter ihrem Wert an fremde Kapitalanleger verkauft wurden. Dies sind die vier politischen Druckmittel, die vom Internationalen Währungsfond und der Weltbank angewandt werden und die Neoliberalismus genannt werden.“
John Christensen, Finanzökonom

„Auch heute sind die USA wieder ein bankrottes Land. Wir haben riesige Schulden, mehr als jemals ein anderes Land hatte. Wenn irgendeines der (Gläubiger-) Länder sein Geld in einer anderen Währung als Dollar fordern würde, dann wären wir in großen Schwierigkeiten. Aber jetzt wollen alle ihr Geld in Dollar, weil Erdöl so ein wichtiges Produkt ist und man es nur in Dollar kaufen kann. Saddam Hussein drohte, Erdöl auch gegen eine andere Währung zu verkaufen. Kurz bevor er gestürzt wurde … Hätte er nachgegeben, würde er heute noch regieren. Wir würden ihm Flugzeuge und Panzer und sonst noch alles Mögliche verkaufen.“
John Perkins, Economic Hit Man

Da könnt’ man echt kotzen.



{1. August 2010}  

Bewerbungsgespräch zum zweiten Job war übel, kam mir vor wie bei einem Verhör.Es waren einige Leute anwesend und sie fragten mich aus bezüglich meines Lebenslaufes und – mal so eingesttreut – zu diversen Theorien. eigentlich weiß ich sie, aber vor lauter Aufregung hatte ich einen kleinen Blackout. Toll.

Naja, bye Job Nr. 2 – welcome aboard, numer one!



{24. Juli 2010}  

„One day at a time – this is enough. Do not look back and grieve over the past, for it is gone: and do not be troubled about the future, for it has not yet come. Live in the present, and make it so beautiful that it will be worth remembering.“



{24. Juli 2010}  

Das Undenkbare ist eingetreten, nun habe ich ZWEI (jawohl zwei!) Angebote von meinen Traumunis – einerseits denke ich zu träumen (und agiere auch so, vergesse die Hälfte, bin ständig in Gedanken), andererseits ist das echt Streß.

Nächste Woche steht dazu ein Bewerbungsgespräch und Test an, welches mich schon nervös macht. Habe ich schon geschrieben, dass ich Bewerbungsgespräche hasse? Aj hejt them. Blöde Fragen, blablasülz.

Vor dem Wechsel an eine Uni habe ich einen Job bei einer Bank – ich, die ich Mathe und Zahlen mit äußerster Abneigung betrachte(te)! Der Job läßt sich ertragen, ich mache ihn, so gut es eben geht. Die Kollegen und Vorgesetzten sind auch nett – was keine Selbstverständlichkeit ist, wie ich ja schon lernen durfte. Die Tätigkeit ist äußerst eintönig und man muß immer darauf achten, was und wie man etwas sagt. Ich muß allerdings aufpassen, nicht spöttisch zu grinsen, wenn Kollegen allzu offensichtlich begeistert von ihrer Bank sind und allzu abfällig Kollegen bei anderen Banken beurteilen. Absolut albern. Kurzfristige Umsatzräusche und das stets zur Schau getragene ‘Commitment‘ zur eigenen Firma befremden mich sehr. Vor allem von Mitarbeitern, die dazu selbst herzlich wenig beitragen, wohl aber so tun.

Naja, egal. Bin gespannt auf nächste Woche und was das Gespräch/Test so bringt.

Cheers.



{20. Juni 2010}   Alltagsschock.

Der Umzug steht in wenigen Monaten an – ab in den Süden! Aber ich glaube es wohl erst, wenn ich in den Flieger steige (Ticket ist schon gebucht!) . Vorher noch etwas Urlaub, wohlverdient (soviel Zeit muß sein)!

In den letzten Monaten mußte ich dafür hart arbeiten und habe so manchen ungewöhnlichen Job angenommen, um etwas Geld zu verdienen. Auch im Einzelhandel – und bin zu dem Schluß gekommen, daß ich bei so einem Job echt verzweifeln würde, müßte ich ihn jahrelang ausüben. Bei einem Job mußte man erstmal jemanden finden, der einem überhaupt sagt, was zu tun ist – die entsprechende Führungskraft hing permanent (und äußerst schlecht gelaunt) am Telefon und verbat (!!) sich jedes Ansprechen. Auch eine Art Standesdünkel (okay, ich mußte mir da immer ein Grinsen verkneifen).

Die Tätigkeit war zwar leicht – aber nervig und unfassbar langweilig. Mein Mp3-Player hat mir die Zeit zwar leichter gemacht – man muß ihn nur geschickt genug anbringen!! – aber blöd war es trotzdem. Immerhin waren die Kollegen nett, wenn auch ähnlich demotiviert. Der Knaller war eine Schicht angesichts eines Feiertages, der von geplanten 4 Stunden auf 6-7 Stunden ausgedehnt wurde, ohne mir das vorher mitzuteilen. Auf die zunehmend genervte Frage, wann denn heute Schluß sei, erhielt ich nur ein Schulterzucken als Antwort. Der Arbeitnehmer im heutigen Zeitalter hat wohl ständig zur Verfügung zu stehen, wer will schon nach Hause gehen, ……… *wüsteFlüche*

Also Jobwechsel – das war noch viel schlimmer! Ausgesucht hatte ich mir einen Discounter, den ich seither meide.

Noch nie habe ich es bis dato erlebt, dass der Umgangston so rauh ist. Mitarbeiter werden angeraunzt wegen nix, und wagen sie es zaghaft, Einspruch zu erheben, werden sie niedergemacht, dass einem echt hören und sehen vergeht. Am übelsten war jedoch, dass bei Gemecker immer irgendwie versucht wurde, Kollegen da mitreinzureißen, um Ärger weiterzugeben, wie erbärmlich!

Noch nie vorher habe ich so schlecht gelaunte Kollegen gesehen, die waren sogar während der Pause kurz vorm in die Luft gehen.Wenn ich mir vorstelle, das jahrelang – bescheuerte Aufgaben, schlechte Atmosphäre und keine Wahl Alternative. OhGottOhGottOhGottOhGott.  Ich habe vorher Leute nicht verstanden, die nicht arbeiten wollen, jetzt kann ich es irgendwie verstehen. Wie Abschaum werden die in manchen Firmen behandelt.

Die“Führungskraft“ war meist ebenso unfreundlich wie nervig. Sie hat es sich ernsthaft nicht nehmen zu lassen, ihre Mitarbeiter – leicht höhnisch – ‘anzufeuern’, was sie bei mir nur einmal getan hat, danach nicht mehr (ich habe sie da nur befremdet gemustert). Schlimmer war nur ihr Vorgesetzter, der ebenso die Führungskraft zur S.. macht, ohne wirklichen Sinn, nur um die gehobenene Stellung eindrucksvoll zu demonstrieren. Was für Pfeiffen.

Am schlimmsten waren die Kunden, das habe ich so nicht erwartet. Zwar häufig nett, aber dafür waren die Ausnahmen irgendwie immer psychotisch. Auf Angebote stürzen die sich, als ob es kein Morgen gäbe, das muss JETZT gekauft werden und nicht später. HABEN, HABEN,HABEN, KAUFEN, KAUFEN, KAUFEN – ohne jeden Sinn und Verstand. Konsumrausch im Endstadium. Diesem Verhalten zu Folge, gibt es keine Krise, die Leute kaufen wie blöd.

Das galt zu meinem Erstaunen vor allem für die Älteren, die wohl meinen, dass Mitarbeiter taub sind und ihre Lästereien nicht hören.

Einarbeitung gab es kaum – kurze Erklärung und mach’ halt! Die hygienischen Umstände waren echt eklig, da würde ich nie einkaufen. Dreckiges Lager, Gemüse und Obst werden von Mitarbeitern betatscht, die sich vorher bestimmt nicht die Hände gewaschen haben. Das kauft man dann – nichts ahnend.

Letztlich habe ich die Stelle (glücklich) gekündigt und habe auch eine neue, die bald losgeht. Ungleich besser bezahlt (die Bezahlung im Einzelhandel ist oft ein schlechter, aber leider wahrer Scherz!) und hoffentlich angenehmer.

In ein paar Monaten dann endlich wieder an einer Uni, wie ich das vermisst habe! Das ist eine ungleich angenehmere Arbeitsstätte.. und die Gegend erst! :-)

Die Arbeitswelt von heute kann einem echt Angst machen und gleichzeitig so angenehm sein, wenn man nur die Chance erhält, seine Fähigkeiten einzusetzen. Die erhalten jedoch nur wenige. Wäre mir vor dem Abschluß klar gewesen, WIE wichtig der sein kann, ich hätte wohl kein Wort zu Papier gebracht.



{9. März 2010}   {no words]



et cetera
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